Kunststoff aus Elektro- und Elektronikschrott

E-Schrott enthält im Mittel 20 bis 25 Prozent Kunststoffe. Ob die gesetzlichen Recyclingquoten erreicht werden, entscheidet sich genau an diesem Anteil.

Kunststofffraktion aus dem Elektroaltgeräte-Recycling vor der Aufbereitung bei MGG Polymers
© Müller-Guttenbrunn Gruppe

Ablauf

Von der Shredderfraktion zum Granulat

MGG Polymers, Kematen an der Ybbs. Rund 100 Beschäftigte, über 20.000 Tonnen PCR-Kunststoffe pro Jahr.

MGG Metran verarbeitet die kunststoffreichen Shredderrückstände. Nachdem die Metalle entfernt sind, trennt MGG Polymers die Kunststoffe in sortenreine Polymere, die anschließend extrudiert und compoundiert werden.

Erzeugt werden PCR-Kunststoffe — Post-Consumer-Rezyklate — in den Typen PP, ABS, HIPS und PCABS. Die Granulate erfüllen die Anforderungen von REACH und RoHS sowie zahlreiche weitere Spezifikationen. Verbotene Stoffe wie bestimmte Flammschutzmittel und Cadmiumverbindungen werden abgetrennt und ordnungsgemäß entsorgt.

Die Anlage entstand 2004 als Joint Venture unter dem Namen MBA Polymers Austria. 2017 hat die Müller-Guttenbrunn Gruppe das Werk vollständig übernommen.

  • PP — Polypropylen
  • ABS — Acrylnitril-Butadien-Styrol
  • HIPS — schlagzähes Polystyrol
  • PCABS — Polycarbonat-ABS-Blend

Wirkung

Warum PCR-Kunststoff den Unterschied macht

Die Herstellung von PCR-Kunststoffen benötigt rund zehn Prozent der Energie, die für Neuware nötig wäre. Jede Tonne recycelter PCR-Kunststoff vermeidet zusätzlich etwa vier Tonnen CO₂-Emissionen.

Energieeinsatz Kunststoff

Neuware — 100 %
PCR-Rezyklat — 10 %

Energieeinsatz Kunststoff: Neuware — 100 %, PCR-Rezyklat — 10 %

Werte nach Angaben der Müller-Guttenbrunn Gruppe.

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